Château-d’Œx, Kanton Waadt, Schweiz

Château-d’Œx ist eine Gemeinde mit 3.285 EinwohnerInnen, die 958 m über dem Meeresspiegel liegt. Der Ort erstreckt sich im Tal des Pays-d´Enhaut in den Waadtländer Alpen, liegt an einer Hauptverkehrsstraße Richtung Berner Oberland und hat auch Anbindung an die Golden-Pass-Bahnlinie, die von Montreux nach Luzern führt. Städtische Bezugspunkte sind Bulle, Montreux und Lausanne. Zwischen 1930 und 1980 verlor die Fremdenverkehrsgemeinde rund 25 Prozent ihrer Bevölkerung, seit dreißig Jahren steigt diese aber wieder stetig an.

Die mittelständischen Sägereien und Schreinereien beziehen einen Teil des Holzes aus den Waldflächen der Gemeinde. Die Landwirtschaft, die von zahlreichen Alpweiden geprägt ist, ist ökonomisch und ökologisch gesund, die Produkte werden auf hohem Niveau veredelt und zu mehr als hundert regionalen Produkten verarbeitet. Sichtbaren Ausdruck findet dies in einem genossenschaftlichen, in zeitgenössischer Architektur errichteten Käselager, das es ermöglicht, das Reifen des Käses auch von außen zu beobachten. Überregional werden die Produkte so erfolgreich vermarktet, dass die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe seit Jahren gehalten werden kann.

Das garantiert auch eine gut bewirtschaftete alpine Kulturlandschaft, die wiederum für EinwohnerInnen und TouristInnen einen wertvollen Lebens- und Erholungsraum bietet. Das spiegelt sich auch bei den landwirtschaftlichen und baukulturell äußerst wertvollen Chalets, die noch weitgehend bewirtschaftet werden und in sehr gutem Zustand sind. Weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Kleingewerbe und im Dienstleistungssektor vorhanden, ein Innovationszentrum mit zehn Handwerksbetrieben wird 2015 gebaut.

Im Sozialbereich ist die 1926 gegründete Krankenstation zu erwähnen, die 1979 um ein Alters- und Pflegeheim erweitert wurde und nun durch einen betreuten Wohnbereich und eine private Klinik ergänzt werden soll. Die Zentrumsfunktion des Ortes wird damit weiter gesteigert werden. Darüber hinaus werden damit 70 qualifizierte neue Arbeitsplätze geschaffen.

Der Wintertourismus ist das wirtschaftlich bedeutendste Standbein der Gebirgsgemeinde, allerdings ist er seit einigen Jahren rückläufig, weshalb große Anstrengungen unternommen werden, die eine Hinwendung zum Vier-Jahreszeiten-Tourismus vorsehen: Barockmusik- und Kinderfestival sowie der Alpabstieg sind dabei Fixpunkte. Fußläufige Erlebnisrouten binden die Museen, Schaukäserei, Gastronomie und Einzelhandel über eine verkehrsberuhigte Zone an den Bahnhof.

Vieles geschieht in Zusammenarbeit mit dem 2006 gegründeten regionalen Naturpark Gruyère Pays-d´Enhaut, der neue Möglichkeiten eröffnet hat. Eine Besonderheit ist die jährlich stattfindende internationale Heißluftballonwoche mit Bertrand Piccard, dem von Château-d’Œx aus die erste Nonstop-Ballonfahrt rund um die Erde gelang.

Château-d’Œx hat mit Schule, Kino, Theater, Sporthalle, dem bereits erwähnten Spital und vielem mehr Einrichtungen, die sonst eher nur in Städten zu finden sind. Das gemeindeeigene Schwimmbad mit alternativer Energie aus Geothermie betrieben, auch eine der Kläranlage angeschlossene Biogasanlage sowie mehrere Kleinwasserkraftwerke zeugen vom Bekenntnis zu sauberer Energie.

Die enge Kooperation mit den zwei kleineren Nachbargemeinden Rossinière und Rougemont ist ein beeindruckendes Modell einer interkommunalen Vereinigung: Die Gemeinden bleiben selbständig, agieren aber in wichtigen Bereichen über den „Tellerrand“ hinaus gemeinsam. Damit ist eine gute Vernetzung und Abstimmung der Projekte gewährleistet.

Château-d’Œx wurde daher mit einem Europäischen Dorferneuerungspreis für eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität ausgezeichnet.