Řepice, Südböhmen, Tschechische Republik

Die Gemeinde Řepice liegt in der malerischen und landwirtschaftlich geprägten Hügellandschaft Südböhmens. Teiche und Wälder prägen das Bild des 109 km von Prag entfernten Dorfes. Die Bevölkerungsentwicklung ist positiv: Von unter 300 EinwohnerInnen in den 1990er-Jahren konnte die Zahl auf heute rund 420 gesteigert werden. Die meisten von ihnen arbeiten in örtlichen und regionalen Handwerks- und Gewerbebetrieben.

Während des kommunistischen Regimes wurde Řepice finanziell und ideell „ausgehungert“. Dennoch haben sich die EinwohnerInnen das Zugehörigkeitsgefühl zu ihrem Dorf bewahrt und sich als starke Gemeinschaft erwiesen. Nach 1989 erlangte man wieder eigenständige Strukturen und konnte die Chancen, die sich daraus ergaben, optimal nutzen. Zwar waren die finanziellen Mittel äußerst eingeschränkt, aber dafür die Eigeninitiativen der Menschen groß und zahlreich. So wurden Visionen für eine eigenständige Gemeinde mit hoher Lebensqualität für Jung und Alt entwickelt und Schritt für Schritt umgesetzt.

Innerhalb weniger Jahrzehnte ist es gelungen, Gebäude zu renovieren und mit neuem Leben zu erfüllen. Parallel dazu wurde – faktisch von Null beginnend – eine vorbildliche soziale und technische Infrastruktur aufgebaut. Heute verfügt man in Řepice nicht nur über ein Gemeindeamt, Feuerwehrhaus, neue Wasserleitungen, Kanalisation sowie schnelles Internet in allen Haushalten, sondern auch über Gasthäuser, Sportstätten, eine Bibliothek und ein Antiquariat, einen Kindergarten und eine Schule und zahlreiche weitere kulturelle Einrichtungen, die teilweise in historisch wertvollen Gebäuden untergebracht sind. Ein weiterer Ausbau der Infrastruktur mit deutlichem Schwerpunkt auf der Hebung der Lebensqualität ist geplant.

Zahlreiche Vereine mit unterschiedlichen inhaltlichen Ausrichtungen und mit ausgesprochen kreativen und engagierten Mitgliedern sorgen für ein hervorragendes Gemeinschaftsleben im Ort. Gleichzeitig beteiligt man sich aber auch an diversen regionalen und überregionalen Kooperationen und Organisationen. Die Zusammenarbeit mit regionalen EntscheidungsträgerInnen ist sehr erfolgreich. Der Dorferneuerungsprozess insgesamt erweist sich als mustergültig: Die Beteiligung und Mitarbeit der BürgerInnen ist hoch, gleichzeitig vertraut man in verschiedenen Bereichen auf die Hilfe von ExpertInnen von außen. Den Verantwortlichen gelingt es außerdem hervorragend, die besonderen Talente einzelner EinwohnerInnen zu fördern und für die Gemeinschaft zu nützen.

Großen Wert legt man auf die Erhaltung und die Pflege alter Bausubstanz, insbesondere solcher, die für die Geschichte und die Traditionen des Ortes von besonderer Bedeutung sind. Einen hohen Stellenwert genießen auch Brauchtum und die traditionelle Kultur. Nichtsdestotrotz verschließt man sich keineswegs neuen und modernen Einflüssen.

Innerhalb weniger Jahre ist es in Řepice gelungen, ein zum Sterben verurteiltes Dorf zu einem lebendigen Ort umzugestalten und mit so guter Infrastruktur auszustatten, dass das Wettbewerbsmotto „besser.leben.“ für die EinwohnerInnen voll und ganz zutrifft.

Řepice wurde dafür mit einem Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung ausgezeichnet.