Beaufort, Luxemburg

Die Gemeinde Beaufort liegt im Osten Luxemburgs und zählt 2.334 EinwohnerInnen. Nur knapp mehr als die Hälfte der GemeindebürgerInnen hat die  luxemburgische Nationalität, fast ein Viertel der Bevölkerung ist portugiesischer Abstammung und insgesamt leben rund 49 verschiedene Nationalitäten in der Gemeinde. Die Gemeindefläche umfasst 13,7 km2, wovon die Hälfte Wald und nur 8,7 % Siedlungsfläche sind. Die Bevölkerung wächst seit 20 Jahren jährlich um rund 2 %.

Erschließung und Bereitstellung von Bauflächen zählen daher zu den wichtigen Aufgaben der Gemeinde. Eine beispielhafte Siedlungsentwicklung wird in ‘Härewiss’ mit einer kompakten Siedlungsstruktur und einem flächensparenden Wohnbauprojekt sowie mit einem naturnahen Spiel- und Erholungsraum und einer Streuobstwiese mitten im Dorf demonstriert. Mit INTERREG-Förderung wurde 2002 eine Regenwasserrückhaltung und -speicherung realisiert. In Energie- und Umweltfragen geht die Gemeinde selbst mit gutem Beispiel voran: Öffentliche Gebäude nutzen alternative Energieformen und werden energieeffizient und ressourcenschonend ausgestattet.

Die Ortsränder von Beaufort prägen große landwirtschaftliche Einzelhöfe. Produktionsschwerpunkt ist die Milchviehhaltung auf Basis zukunftsfähiger Technologien und im Einklang von Ökologie und Ökonomie durch extensive Weidewirtschaft mit Angusrindern. Auch wenn Land- und Forstwirtschaft aus ökonomischer Sicht eine eher untergeordnete Rolle spielen, so erfüllen diese Betriebe doch eine wichtige soziale, landschaftsgestaltende und die regionale Nahrungsversorgung sichernde Funktion. Beaufort ist Hauptinitiator verschiedener regionaler Initiativen und Kooperationen, darunter ein Vermarktungsnetzwerk für regionale Produkte.

Zahlreiche kleine und mittelständische Unternehmen stärken die kommunale Wirtschaft und stellen 328 Arbeitsplätze, vorrangig im Dienstleistungssektor. Eine Reihe von Hotels und Gastronomiebetrieben sowie mehrere Campingplätze heben die touristische Bedeutung von Beaufort hervor. Insgesamt verfügt die Gemeinde über ein hervorragend ausgebautes und gekennzeichnetes Wanderwegenetz, das sich durch eine starke Vernetzung (trans-)nationaler, regionaler und lokaler Wege auszeichnet. Der Wandertourismus bildet ein nachhaltiges Standbein im lokalen Tourismussektor.

In Beaufort wird die Dorfgemeinschaft gelebt und gepflegt. Beispiele dafür sind der Seniorentag, das traditionelle Burgbrennen nach der Fastnacht und der Sporttag, bei dem sich alles um den Nachwuchs dreht. Die naturnahe Schulhofgestaltung haben rund 100 Eltern, Hand im Hand mit Gemeinde, Förster und Lehrpersonal, auf die Beine gestellt. Das dabei verwendete Holz kam zur Gänze aus den Beständen des Gemeindewaldes. Das neue Zeltdach der Eislaufbahn verdankt seine Entstehung ebenfalls der Arbeit Freiwilliger und auch das Freibad und der angeschlossene Campingplatz werden ehrenamtlich betrieben.

Der „Beeforter“ sind stolz auf ihr kulturelles Erbe und kennen dessen Identität stiftende Kraft, wie etwa der Lehrpfad „Mensch und Stein“ beweist. Gemäß dem Leitbild der Gemeinde wurde eine andauernde und konsequente nachhaltige Entwicklung auf den Weg gebracht, die keine zukunftsrelevanten Themen ausspart und die Erhöhung der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Lebensqualität der BewohnerInnen sowie die Erhaltung einer intakten Umwelt im Fokus hat.

Beaufort wurde dafür mit einem Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung ausgezeichnet.