Klingenmünster, Rheinland-Pfalz, Deutschland

Klingenmünster mit seinen rund 2.300 EinwohnerInnen ist Teil der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern und liegt am südlichen Ende der Deutschen Weinstraße am Rande des Pfälzer Waldes, nur 15 Kilometer von der französischen Grenze entfernt. 

Klingenmünster hat sich Dank eines zielgerichteten und gleichzeitig jeweils aktuellen Herausforderungen angepassten Prozesses in den letzten 30 Jahren sehr gut entwickelt. Die umgebende Kulturlandschaft wurde genauso als hoher Wert und Chance erkannt wie die reiche 1.400-jährige Geschichte, die sich durch zahlreiche herausragende Bauwerke wie die Burg Landeck oder das Benediktinerkloster und insgesamt eine hohe Denkmaldichte manifestiert. 

Der sensible und verantwortungsvolle Umgang mit der historischen Bausubstanz ist auffällig. Dasselbe gilt auch für ehemalige landwirtschaftliche Gebäude, die in modernen Wohnraum umgebaut werden. Der Ortskern ist nicht zuletzt deshalb sehr attraktiv, wobei auch der angrenzende öffentliche Grünraum mit hoher Aufenthaltsqualität zu würdigen ist. Die Neubaugebiete gruppieren sich um den alten Ortskern und fügen sich in die Landschaft ein. Siedlungswachstum wird nur in sehr begrenztem Ausmaß ermöglicht, sodass die Kompaktheit des Dorfes gewahrt bleibt. 

Es gibt ein sehr gutes soziales Miteinander, das sich in vielen aktiven Vereinen genauso ausdrückt wie in Einrichtungen wie Kindertagesstätten, Jugendtreff, Kinderbücherei, Sozialstation und einer Organisation zur Nachbarschaftshilfe, die ältere und hilfsbedürftige Menschen sowie ihre Angehörigen unterstützt. Mit der Bürgerstiftung Pfalz und dem dazugehörigen Stiftsgut Keysermühle, in dem viele innovative Projekte auf den Weg gebracht wurden und werden, und der Burg Landeck-Stiftung wurde das bürgerschaftliche Engagement institutionalisiert und professionalisiert.

Klingenmünster setzt auf sanften Tourismus, bei dem die Begegnung mit der Natur im Vordergrund steht, viele Arbeiten dafür werden von den Vereinen bewerkstelligt. Der Weinbau stellt heute wieder einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar und setzt dabei verstärkt auf Qualität. Das Pfalzklinikum für Psychiatrie und Neurologie genießt einen hervorragenden Ruf und bietet 2.000 attraktive Arbeitsplätze. Mit dem Dorf besteht ein offener Austausch und das Pfalzklinikum ist Teil der Klingenmünsterer Identität.

Partnerschaftliche Zusammenarbeit und Vernetzung wird mit zahlreichen regionalen und insbesondere mit benachbarten französischen Gemeinden gepflegt, für die Erfolge im Rahmen dieser Kooperation hat Klingenmünster den „Brückenpreis 2013“ des Landes Rheinland-Pfalz erhalten. 

Aktuell ist Klingenmünster dabei, ein Netzwerk für die im Dorf wohnenden Flüchtlinge aufzubauen, wobei harmonisches Zusammenleben und Integration im Fokus stehen. Weitere betreubare Wohnungen für ältere Menschen sollen in naher Zukunft entstehen. Ebenfalls in Planung (Prüfung) ist eine Ortsumfahrung, um die Verkehrsbelastung im Dorf zu minimieren. Zweifelsohne würden sich auch daraus neue Entwicklungschancen ergeben.

Insgesamt hat es Klingenmünster geschafft, unter aktiver Einbindung der BürgerInnen die vorhandenen Potenziale zu nutzen und weiterzuentwickeln. Besonderer Wert wird dabei auf eine starke Gemeinschaft und die Bewahrung der Kulturlandschaft, der schützenswerten Bausubstanz und der reichen Geschichte gelegt. Zahlreiche infrastrukturelle Einrichtungen ermöglichen ein gutes Zusammenleben aller, wobei die sozialen Einrichtungen mehr als herausragend sind. 

Klingenmünster wird mit einem Europäischen Dorferneuerungspreis für eine ganzheitliche und nachhaltige Dorfentwicklung von herausragender Qualität ausgezeichnet.