Havlovice , Böhmen, Tschechische Republik

Die Gemeinde Havlovice mit ca. 900 EinwohnerInnen liegt im Vorland des Riesengebirges zwischen den Städten Trutnov und Náchod. Es erstreckt sich entlang der beiden Ufer des Flusses Úpa und bildet das Eingangstor in ein herrliches Naturschutzgebiet, das bis an das zehn Kilometer entfernte Schloss Ratibořice heranreicht.

Die Geschichte des Ortes ist eng mit der Geschichte der Burg Vizmburk verbunden, die in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaut und im Jahr 1477 von Schlesien zerstört wurde. Die Entwicklung des Dorfes schritt trotzdem zügig voran. Die erste schriftliche Erwähnung von Havlovice stammt aus dem Jahr 1545 und betrifft den Verkauf der Herrschaft von Náchod, zu der Havlovice bis zum Jahr 1849 gehörte.

Havlovice war ursprünglich ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf. Den Großteil der Fläche von ca. 880 Hektar bewirtschaftet eine landwirtschaftliche Gesellschaft. Daneben gibt es noch vier private Landwirtschaftsbetriebe. Zur Zeit vollzieht sich ein Wandel zum Wohndorf. Die gestiegene Lebensqualität durch gezielte Investitionen in den Infrastrukturbereich hat dazu geführt, dass innerhalb der letzten zehn Jahre ein Bevölkerungszuwachs von rund fünf Prozent zu verzeichnen war und die private Bautätigkeit zugenommen hat. Dies ist umso bemerkenswerter, als in den Nachbargemeinden die Einwohnerzahl sinkend ist.

Die Erwerbsmöglichkeiten im Ort sind gering. 280 Auspendlern stehen nur ca. 30 Einpendler gegenüber. Die meisten EinwohnerInnen sind Tagespendler in die umliegenden Gemeinden und Städte mit Entfernungen von zwei bis rund zwanzig Kilometern. Die Arbeitslosigkeit beträgt etwa vier Prozent.

Die Hochwässer des Flusses Úpa in den Jahren 1997 und 2000 haben große Schäden verursacht, was die Notwendigkeit, Hochwasserschutzmaßnahmen durchzuführen, deutlich gemacht hat. Neben der Sanierung der Wasserwehr und der Errichtung einer Sperre wurde eine neue Brücke gebaut. Diese Arbeiten wurden im Jahr 2005 erfolgreich abgeschlossen.

Im Fremdenverkehrsbereich wird auf die Schwerpunkte Wander-, Rad- und Wassertourismus gesetzt, vorgegeben einerseits durch das bestehende Naturschutzgebiet, andererseits durch den Fluss Úpa. In der Vergangenheit wurde vermehrt in die touristische Infrastruktur investiert und der Ausbau des Wander- und Radwegenetzes vorangetrieben. In indirektem Zusammenhang mit dem Tourismus stehen auch die Sanierung und Neuerrichtung eines großen Sportareals, das neben einem Fußballplatz auch Tennisplätze, einen Beachvolleyballplatz, einen Hartplatz und einen großen Kinderspielplatz bietet. Im Winter wird unter Flutlicht Eis gelaufen und Eishockey gespielt. Das Sportzentrum wird nicht nur von der Ortsbevölkerung, sondern auch von vielen Touristen und BewohnerInnen aus der Region genutzt.

Durch die Installation einer Wasserwärmepumpe im Kulturhaus, kann diese nun auch im Winter für Kulturveranstaltungen wie Theateraufführungen und Bälle genutzt werden. Daneben dient es auch als Sporthalle mit angeschlossener Sauna genutzt und ist für das lokale und regionale Vereins- und Gesellschaftleben unentbehrlich geworden

Havlovice ist es mit dem vorbildlichen Sportareal und dem Kulturhaus, die dem reichen Vereinsleben und vielen gesellschaftlichen Aktivitäten Raum geben, gelungen, die Attraktivität der Gemeinde und die Lebensqualität der Bevölkerung spürbar zu verbessern. Dafür wird Havlovice mit einem „Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung“ ausgezeichnet.