Oravská Lesná, Slowakische Republik

Die ländliche Gemeinde Oravská Lesná liegt im Norden der Slowakei im Bereich der Äußeren Karpaten, nahe der polnischen Grenze, und gilt als Kältepol des Landes: Temperaturen bis zu – 35° Celsius sind ebenso wenig eine Seltenheit wie zwei Meter hohe Schneewände. Doch die BewohnerInnen des malerischen Ortes erwärmen die Herzen der BesuchernInnen mit einer Gastfreundschaft, die ihresgleichen sucht.

Das Gemeindegebiet umfasst eine Gesamtfläche von 65 km². Ein Großteil davon sind Wald und Grünland, nur ein geringer Teil wird als Acker- und Siedlungsfläche genutzt. Oravskà Lesná zählt aktuell knapp 3.300 EinwohnerInnen, wobei das Durchschnittsalter der Bevölkerung mit 38 Jahren bemerkenswert niedrig ist. Schon die Tatsache, dass viele junge Menschen im Ort leben und nach Möglichkeit auch dort arbeiten, beweist, dass die Bestrebungen der Gemeindeverwaltung, die Menschen im Ort zu halten und eine optimale Lebens- und Wohnqualität für ihre BürgerInnen zu schaffen, erfolgreich sind.

In wirtschaftlicher Hinsicht wird der Ort von der Industrie und Landwirtschaft dominiert, während die Wirtschaftszweige Handwerk und Gewerbe eher von marginaler Bedeutung sind. Drei große Unternehmen, welche auf die elektrotechnische Produktion spezialisiert sind, haben sich im Gemeindegebiet angesiedelt und bieten insgesamt 850 Menschen sowohl aus dem Ort als auch von außerhalb kommend Arbeit. Erwähnenswert ist die mit 95,37 % überdurchschnittlich hohe Frauenerwerbsquote.

Die Gemeindeverwaltung von Oravská Lesná ist bemüht, Arbeitsplätze im Gebiet zu schaffen und zu sichern, indem sie die Ansiedelung neuer Betriebe im Ort fördert und zu den bereits bestehenden Betrieben einen engen Kontakt pflegt.

Sommer wie Winter bieten die weitläufigen Nadelwälder und die unberührte Natur beste Möglichkeiten zur Erholung und Entspannung für Gäste und BesucherInnen des Ortes. Zu den touristischen Attraktionen zählen die vor kurzem restaurierte Waldeisenbahn, eine kleine Sternwarte sowie die 1732 errichtete Holzkirche St. Anna. Im Winter tummeln sich Einheimische und Gäste auf den Pisten des Skigebiets „Orava Snow“ oder den zahlreichen Langlaufloipen.

Oravská Lesná zeichnet sich durch ein aktives Gemeinschafts- und Vereinsleben aus. Die in den bestehenden Vereinen vollzogene Pflege von Brauchtum und Folklore stärkt das Traditions- und Selbstbewusstsein der Bevölkerung. Ehrenamtlicher Einsatz und der Zusammenhalt der BewohnerInnen untereinander werden groß geschrieben und finden Ausdruck im Motto: „Frage nicht, was die Gemeinde dir geben kann, sondern frage, was du für die Gemeinde tun kannst.“ Die Gemeinde fördert die Eigeninitiative der Bevölkerung und pflegt eine intensive Kommunikation mit den BürgerInnen. Für eine transparente Information werden die eigene Internetseite, die Gemeindezeitung und sogar der eigens eingerichtete Gemeinderundfunk genutzt. Zusammen mit dem regen Gemeinschaftsleben stehen alle diese Maßnahmen für kurze Wege in der Kommunikation zwischen Verwaltung und BürgerInnen und ermöglichen eine intensive Einbindung der Bevölkerung in Informations- und Entscheidungsprozesse.

Großen Wert legt die Gemeinde auch auf den verantwortungsvollen Umgang mit den natürlich vorhandenen Ressourcen. Neben einer ausgezeichneten Sensibilisierungsarbeit in den Schulen zu den Themen „Umweltschutz“ und „Umwelterziehung“, sind auch Bestrebungen zur Nutzung von erneuerbaren Energien, wie Geothermie und Biomasse zu nennen. Der Ort verfügt über eine biologisch-mechanische Abwasserreinigungsanlage. Zwar deckt das Kanalisierungsnetz noch nicht das gesamte Gemeindegebiet ab, doch konkrete Planungsansätze für den Ausbau liegen vor.

Die Gemeinde Oravská Lesná versteht es, die natürlichen Gegebenheiten optimal zu nutzen, die wirtschaftliche Förderung voranzutreiben und die BürgerInnen zur aktiven Mitgestaltung zu motivieren. Dafür wurde Oravská Lesná mit einem Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in einzelnen Bereichen der Dorfentwicklung ausgezeichnet.