Maldingen, Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens, Belgien

Das Dorf Maldingen, im Herzen der belgischen Eifel gelegen, zählt 390 EinwohnerInnen und ist Teil der Gemeinde Burg-Reuland. Der Ort selbst verfügt über 124 Arbeitsplätze.  Die Entwicklung in der Landwirtschaft ist mit aktuell sieben Betrieben rückläufig – im Vergleich dazu gab es im Jahr 2000 noch zwölf Landwirtschaftsbetriebe. Handwerk und Gewerbe sind mit zwölf Betrieben gut aufgestellt und der Ort verfügt darüber hinaus auch über zwei Gaststätten. Generell ist zu bemerken, dass die infrastrukturelle Ausstattung des Dorfes gemessen an seiner Größe sehr gut ist.

Das kleine Dorf hat ein auffallend starkes Vereinsleben: Elf aktive Vereine – von der Kultur über den Sport und andere Freizeitangebote bis hin zu verschiedenen Interessensvertretungen wird hier eine große Bandbreite abgedeckt – bilden die organisatorische Basis für das enorme ehrenamtliche Engagement, das in Maldingen sowohl bei der Realisierung von Einzelprojekten als auch bei der Gestaltung des Alltages unentbehrlich geworden ist. Den Vereinen steht ein gemeinsames Vereinshaus zur Verfügung, das auch intensiv für BürgerInnenversammlungen genutzt wird. Errichtet wurde dieses Vereinslokal gänzlich aus Eigenmitteln und dank ehrenamtlicher Arbeit.

Einen wesentlichen Impuls für die Erstellung eines langfristigen Entwicklungskonzeptes, dem eine Stärken-Schwächen-Analyse zugrunde lag, brachte 2011 die erstmalige Teilnahme Maldingens am Wettbewerb „Unser Dorf soll Zukunft haben“, der auf dem gesamten Gebiet der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens stattfindet. Im Rahmen mehrerer BürgerInnenversammlungen und anderer partizipativer Prozesse wurde ein Leitbild erstellt. Ziele wurden definiert und Entwicklungsprioritäten gesetzt. In einzelnen Arbeitsgruppen wurde schließlich mit der Umsetzung begonnen.

Maldingen liegt in einem Natura 2000-Schutzgebiet und dementsprechend hoch ist das Bewusstsein für Natur- und Landschaftsschutz. Landschaftspflege gilt daher als prioritäre Aufgabe. Dazu gehört die permanente Pflege von Wiesen und Naturflächen ebenso wie der Erhalt alter Baumbestände. Ein generationenübergreifendes Projekt war die Sanierung der alten, völlig verwilderten Viehtränke, die zu einem Ruheplatz umgewandelt wurde. SeniorInnen und Kinder gemeinsam haben Nistkästen gebaut und in der Umgebung des neuen Erholungsbereiches angebracht. Generell ist das Zusammenspiel zwischen Dorf und den Bildungseinrichtungen (Kindergarten und Grundschule) beispielhaft und die Aktivitäten weisen einen hohen Vernetzungsgrad auf.

Sensibilisierungsarbeit wird hinsichtlich der Innenentwicklung Maldingens intensiv betrieben, wobei es das oberste Ziel ist, junge Menschen davon zu überzeugen, leerstehende Häuser im Ortskern zu sanieren bzw. umzufunktionieren und mit neuem Leben zu füllen. Dabei wird stark auf die Beratung durch externe ExpertInnen gesetzt. Gleichzeitig hat man sich daran gemacht, die öffentlichen Räume barrierefrei zu gestalten und Plätze zu schaffen, die als Orte der Begegnung dienen.

Maldingen ist bestrebt, sanften Tourismus aufzubauen, wobei man sich auf die natürlichen Gegebenheiten besinnt und vor allem auf den Wander- und Radtourismus setzt. Am Aufbau eines umfassenden attraktiven Wegenetzes wird gearbeitet.

Maldingen zeichnet sich durch eine engagierte Bevölkerung aus, die keine Mühen scheut, um die Entwicklung des Ortes voranzutreiben. In vielen kleinen Schritten wird an dem Ziel gearbeitet, die Lebensqualität zu steigern und das Dorf zukunftsfähig zu gestalten.

Maldigen wurde dafür mit einem Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in einzelnen Bereichen der Dorfentwicklung ausgezeichnet.