Moosburg, Kärnten, Österreich

Die Marktgemeinde Moosburg mit ihren rund 4.500 EinwohnerInnen liegt landschaftlich reizvoll im Kärntner Zentralraum unweit des Wörthersees. Die Landeshauptstadt Klagenfurt und die Städte Villach und Feldkirchen sind nur wenige Autominuten entfernt.

Anfang der 1990er-Jahre war Moosburg eine unscheinbare Gemeinde ohne besonderes Profil. Das Ortsbild war unattraktiv, die Infrastruktur schlecht ausgebaut. Es bestand die Gefahr, dass sich der Ort zu einem reinen Schlafdorf für PendlerInnen entwickelt.

Engagierte BürgerInnen und die Gemeindeverantwortlichen erkannten aber die Situation und starteten 1991 einen Prozess, bei dem die gesamte Bevölkerung zum Nachdenken und Mitarbeiten eingeladen war. Gemeinsam wurde ein Orts- und Regionalentwicklungskonzept erstellt. Darauf aufbauend wurde der Agenda 21-Prozess durchgeführt und im Jahr 2003 ein Leitbild im Gemeinderat beschlossen. Der nächste Meilenstein war die Teilnahme am Audit „Familienfreundliche Gemeinde“ – und das mit großem Erfolg: Moosburg gilt als familienfreundlichste Gemeinde Österreichs.

Ein wesentlicher Schritt war die Entwicklung hin zu einer Bildungsgemeinde, Herzstück dafür war die Errichtung eines eigene Bildungscampus. Hatte Moosburg im Jahr 2007 insgesamt 85 Kinderbetreuungsplätze, so können heute 230 Kinder in Kindertagesstätten, Kindergarten, Förderkindergarten und Hort ganztägig betreut werden. Dadurch wurden auch 21 neue Arbeitsplätze geschaffen. Für alle Betreuungs- und Bildungseinrichtungen gibt es abgestimmte Bildungsinhalte. Die Institutionen arbeiten eng und koordiniert zusammen. Die wissenschaftliche Begleitung hinsichtlich der Pädagogik erfolgt über die Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, wodurch sich die Qualität des Bildungsangebotes sehr verbessert hat. Durch die Errichtung von Klassen mit besonderer Ausstattung können Kinder mit erhöhtem Förderbedarf individuell unterrichtet und dennoch in die Regelklassen integriert werden. Dies kommt auch der Zusammenarbeit mit dem in Moosburg ansässigen SOS-Kinderdorf zugute.

Moosburg ist Gründungsmitglied der Zukunftsorte Österreichs. Die Zukunftsorte stellen die Lebensqualität in den Mittelpunkt ihres Handelns. Durch die Zusammenarbeit mit Gemeinden aus anderen Ländern Europas erhält der Entwicklungsprozess zusätzliche Anregungen. In Moosburg wurde beispielsweise eine dreitägige Europäische Bildungskonferenz durchgeführt – für einen vergleichsweise kleinen Ort keine alltägliche Sache.

Im Energiebereich nimmt Moosburg am nationalen Programm e5 teil. Die Ortsbeleuchtung wurde auf LED-Leuchten umgestellt, große Teile der Gemeinde werden mit Fernwärme beheizt. Dadurch hat sich nicht nur die Luftqualität enorm verbessert, sondern auch die Wertschöpfung bleibt in der Region. Mit dem Projekt „Go Mobil“ gewinnt die Bevölkerung ein Mehr an Mobilität: Ein Anruf genügt und das Go Mobil holt die BürgerInnen zuhause ab und bringt sie zu jedem beliebigen Ziel innerhalb der Marktgemeinde – ein Angebot, das besonders für ältere Menschen sehr viel Lebensqualität bringt.

Mit dem neu gegründeten CoWorking Space direkt am Marktplatz, der günstige Arbeitsplätze und gute technische Ausstattung bietet, erleichtert man vor allem Kreativschaffenden aus der Gemeinde und der Region den Schritt in die Selbständigkeit.

Moosburg hat mit einem klar strukturierter mehrstufigen Entwicklungsprozess seit Anfang der 1990er-Jahre und mit der engagierten Umsetzung sehr vieler, teils außerordentlich innovativer Projekte eine hervorragende Entwicklung genommen. Grundlagen des Erfolgs waren dabei das hohe Engagement der Gemeindeverantwortlichen, die auch auf die Hilfe und den Rat von ExpertInnen vertrauten, und die intensive Mitwirkung der Bevölkerung.

Moosburg wurde daher mit einem Europäischen Dorferneuerungspreis für eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität ausgezeichnet.