{"id":1214,"date":"2016-03-16T13:55:11","date_gmt":"2016-03-16T12:55:11","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost:8888\/wordpress\/?p=1214"},"modified":"2022-03-06T19:39:29","modified_gmt":"2022-03-06T18:39:29","slug":"langenegg-vorarlberg-austria","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ruralroadmap.eu\/de\/langenegg-vorarlberg-austria\/","title":{"rendered":"Langenegg, Vorarlberg, \u00d6sterreich"},"content":{"rendered":"<p>Die Bregenzerw\u00e4ldergemeinde Langenegg mit ihren 1.062 EinwohnerInnen liegt auf einer H\u00f6he zwischen 465 m und 994 m und pr\u00e4sentiert sich als ein langgestrecktes Stra\u00dfendorf, das historisch bedingt in zwei Zentren geteilt ist; eines beherbergt die Kirche, das andere, ca. 1,5 km entfernte, Gemeindeverwaltung, Schulen und Gesch\u00e4fte. Darum herum gruppieren sich auf dem weiten Hochplateau noch zahlreiche Weiler, die auf die fr\u00fchere Tradition der Realteilung zur\u00fcckzuf\u00fchren sind.<\/p>\n<p>Trotz einer guten verkehrsm\u00e4\u00dfigen Erschlie\u00dfung f\u00fchrte die Lage abseits der Zentren Dornbirn und Bregenz in den 1970er, 80er und 90er Jahren zu einem massiven Abw\u00e4rtstrend in der Gemeinde. Von ehemals sieben Gasth\u00e4usern existierte vor 15 Jahren nur noch eines, der letzte verbliebene Lebensmitteladen stand vor der Schlie\u00dfung und auch die Zahl der Arbeitspl\u00e4tze in Landwirtschaft und im Handwerk waren rapide zur\u00fcckgegangen. Langenegg war auf dem besten Weg, eine typische Pendlergemeinde zu werden &#8211; mit allen dazugeh\u00f6rigen negativen Folgeerscheinungen.<\/p>\n<p>Die Wende brachte die Teilnahme am Projekt \u201elebenswert leben\u201c, zu dem die Vorarlberger Landesregierung Mitte der 1990er Jahre aufrief. Unter Einbindung der Bev\u00f6lkerung erarbeitet die Gemeinde zusammen mit der Universit\u00e4t Innsbruck und der FH Liechtenstein ein umfassendes Entwicklungskonzept. Initialprojekt war der gemeinsame Entschluss zur Sanierung eines geschichtstr\u00e4chtigen, leer stehenden Geb\u00e4udes mitten im Ortszentrum, das lange Zeit als \u201eAbbruchkandidat\u201c gehandelt worden war. Parallel dazu gelang es der neu gegr\u00fcndeten Wirtschaftsgemeinschaft, im nunmehr, auch unter energietechnischen Gesichtspunkten, vorbildlich sanierten Objekt wichtige Dienstleistungs\u00adfunktionen wie Arzt, Apotheke, Textilgesch\u00e4ft und Friseur sowie drei Wohneinheiten zu etablieren \u2013 ein wichtiger erster Schritt zu mehr Lebensqualit\u00e4t und Identifikation mit dem Ort.<\/p>\n<p>Dass in dem Geb\u00e4ude auch eine der ersten Hackschnitzelanlagen der Region f\u00fcr die Beheizung des gesamten Ortszentrums untergebracht ist, mit der j\u00e4hrlich ca. 85.000 Liter Heiz\u00f6l ersetzt werden, zeigt, wie ernst die Langenegger B\u00fcrgerInnen das Thema \u201eEnergie bewusst leben\u201c bereits Mitte der 1990er Jahre nahmen.<\/p>\n<p>In einem n\u00e4chsten Schritt wurden die Sicherung und der Ausbau der Nahversorgung sowohl mit Lebensmitteln als auch im Hinblick auf die Pflege sozialer Kontakte initiiert. Die Gemeinde erbaute auf einem zentral gelegenen Grundst\u00fcck einen neuen Dorfladen, der aufgrund seiner Lage, der deinstleistungsreichen Umgebung und seiner atmosph\u00e4rischen Beschaffenheit nun kommunikative Begegnungen und ein Einkaufserlebnis von h\u00f6chster Qualit\u00e4t garantiert. Nicht nur in Anbetracht der Produktpalette &#8211; mit vielen regionalen Erzeugnissen neben der kompletten Auswahl eines Supermarkts -, sondern auch hinsichtlich der Bauweise setzt der Laden neue Ma\u00dfst\u00e4be. Denn unter Verwendung von ausschlie\u00dflich heimischer Wei\u00dftanne errichteten lokale Handwerker den ersten Lebensmittelmarkt in Vorarlberg mit Passivhaush\u00fclle.<\/p>\n<p>Die Nutzung regionaler und lokaler Materialien wie insbesondere der Wei\u00dftanne, die unbehandelt verwendet wird und damit auch wieder problemlos zu entsorgen ist, f\u00fcr zahlreiche private und kommunale Bauprojekte leistet einen wertvollen Beitrag zum \u00f6kologischen Bauen. Sie tr\u00e4gt aber nicht zuletzt ganz massiv zur St\u00e4rkung kleinr\u00e4umiger Wirtschaftskreisl\u00e4ufe bei und entspricht damit in vollem Umfang der Langenegger Philosophie, dass n\u00e4mlich bei jeder gesetzten Ma\u00dfnahme ein m\u00f6glichst hoher Nutzen f\u00fcr m\u00f6glichst viele B\u00fcrgerInnen gegeben sein sollte. In diesem Fall sind es vor allem die heimische Land- und Forstwirtschaft, der Holzhandel und die holzverarbeitenden Betriebe, die profitieren.<\/p>\n<p>In diesem Sinn ist auch zu verstehen, dass die hohe Qualit\u00e4t der Architektur in Langenegg niemals allein zum Selbstzweck wird, sondern immer auch die soziale und wirtschaftliche Komponente beinhaltet. Dass die Gemeinde nicht nur eine kostenlose Bauberatung zur Verf\u00fcgung stellt, sondern bei der Fl\u00e4chenwidmung sorgf\u00e4ltig darauf achtet, dass im Au\u00dfenbereich zum Schutz der Kulturlandschaft keine neuen Baulandwidmungen mehr vorgenommen werden, f\u00fchrte mit dazu, dass die Gemeinde mittlerweile auf eine eindrucksvolle Liste von Auszeichnungen im Bem\u00fchen um Nachhaltigkeit blicken kann.<\/p>\n<p>Als Mitglied des Klimab\u00fcndnis \u00d6sterreichund als e5- Gemeinde sind Klimaschutz, Energiesparen und der Einsatz erneuerbarer Energietr\u00e4ger wichtige Bestandteile der Aktivit\u00e4ten von Gemeinde und B\u00fcrgerInnen und ziehen sich wie ein roter Faden durch die vielf\u00e4ltigen Projekte. So machen Biogas-, Hackschnitzelheiz- und eine Vielzahl an Photovoltaik- und Solaranlagen, deren Errichtung von der Kommune gef\u00f6rdert wird, Langenegg zu einem Vorreiter in Sachen Energieautarkie.<\/p>\n<p>Gro\u00dfer Wert wurde von Anfang an darauf gelegt, die Ma\u00dfnahmen im Bewusstsein der B\u00fcrgerInnen zu verankern und auf die Energie aller Bev\u00f6lkerungsgruppen \u2013 auch der Menschen mit besonderen Bed\u00fcrfnissen \u2013 zu setzen. Ein besonders herausragendes Beispiel daf\u00fcr ist die Einbindung der \u201eLangenegger Lebenshilfe Werkst\u00e4tte\u201c in das Wirtschaftsleben, die im \u201ePostl\u00e4dle\u201c die Postdienste \u00fcbernimmt und kunsthandwerkliche Produkte aus der Werkst\u00e4tte verkauft. Das breite b\u00fcrgerschaftliche Engagement, das sich in zahlreichen Aktivit\u00e4ten mani\u00adfestiert, leistet einen gro\u00dfartigen und unverzichtbaren Beitrag zur Ideenfindung und zur Umsetzung einer F\u00fclle an bestens miteinander vernetzten Projekten aus unterschiedlichsten Bereichen, wie Vorderw\u00e4lder Mitfahrb\u00f6rse, Langenegger Talente &#8211; eine Ersatzw\u00e4hrung, die dazu beitr\u00e4gt, das Geld in der Gemeinde zu halten -, ein kommunaler Energiebeauftragter, Energieportale, ein gemeindeeigenes Carsharing \u2013Auto, ausleihbare Jahreskarten f\u00fcr den Verkehrsverbund Vorarlberg, die K\u00e4sestrasse Bregenzerwald sowie ein umfangreiches Sozialkonzept f\u00fcr junge, alte und bed\u00fcrftige Mitb\u00fcrgerInnen, um nur einige zu nennen.<\/p>\n<p>Sie alle beweisen, dass hier die B\u00fcrgerInnen mit ihrer Gemeinde selbstbewusst Verantwortung f\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung des eigenen Lebensraums \u00fcbernommen haben und dass das Wettbewerbsmotto \u201eNeue Energie f\u00fcr ein starkes Miteinander\u201c sowohl im Wortsinn als auch im \u00fcbertragenen Sinn eindrucksvoll gelebt wird.<\/p>\n<p><em>Evaluiert: 2010<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 33%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div data-gallery-style=\"\" id='gallery-1' class='gallery galleryid-1214 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.ruralroadmap.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Ansicht-Betriebsgebiet.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/www.ruralroadmap.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Ansicht-Betriebsgebiet-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.ruralroadmap.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Ansicht-Zentrum.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/www.ruralroadmap.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Ansicht-Zentrum-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.ruralroadmap.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Kindergarten-innen.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/www.ruralroadmap.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Kindergarten-innen-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.ruralroadmap.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Kindergarten.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/www.ruralroadmap.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Kindergarten-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.ruralroadmap.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Dorfladen-1.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/www.ruralroadmap.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Dorfladen-1-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.ruralroadmap.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Bachhus-nach-Sanierung.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/www.ruralroadmap.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Bachhus-nach-Sanierung-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bregenzerw\u00e4ldergemeinde Langenegg mit ihren 1.062 EinwohnerInnen liegt auf einer H\u00f6he zwischen 465 m und 994 m und pr\u00e4sentiert sich als ein langgestrecktes Stra\u00dfendorf, das historisch bedingt in zwei Zentren geteilt ist; eines beherbergt die Kirche, das andere, ca. 1,5 km entfernte, Gemeindeverwaltung, Schulen und Gesch\u00e4fte. 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